Trinken - gestern heute morgen

Weiße Milch der Späte

In alkfrei, Sirup on Februar 2, 2010 at 3:28 pm

Ich habs gesehen und es ist näher als Ihr denkt! Sogar näher als ich denke und ich hab den Tod ja quasi mit der Muttermilch eingesogen. Oder ist das jetzt zu hart für die Welt da draußen? Ich hab mal ´nem Freund ´nen großen Schrecken nach durchzechter Nacht beigebracht, als ich ihm erzählte, dass das Behelfsbett, in dem er da nun übernachte, das Sterbebett meiner Mutter gewesen sei – solche Witze macht man ja nicht und manchmal vergesse ich das wohl.
Was ich sagen wollte: bald ist es so weit! Dann werdet Ihr z.B. nicht mehr am Flughafen das Terminal allein wechseln können, vom Stuhlgang, über den man keine Macht mehr hat, mal gar nicht erst zu reden…! Ich habs gesehen, kürzlich erst und bald seit Ihr auch dran und ich natürlich sowieso.
Das hat, naklarsowieso, mit dem ganzen Alkohol zu tun. Das weiss man ja und immer mehr, überall steht das und daheim sterben die Leut‘. Aber dann wiederum – ohne Alkohol schafft man’s auch nicht viel länger und der Führer hat nicht mal geraucht und die Leute mit der Bionade in der Hand sollen auch nicht meine Freunde sein undsoweiterundsofort.
Ich hab mir nun wochenlang den Kopf darüber zerbrochen wie ich hier das Themanummereins (also „Alkohol – okay oderliebernichtoderwas“?) aufbereiten soll. Denn abgearbeitet muss es ja nun wohl mal werden. Am besten ein für alle Mal und dann hat man’s hinter sich und kann sich endlich wieder einzig ums Trinken kümmern.
Dann hat man viel gelesen und gefragt, wie die Mitmenschen das so sehen und im Fernsehen und im Buch und früher und heute und wohin soll das noch führen. Und, was soll ich sagen? Es hat keinen Sinn! Man kann das gar nicht endgütig abarbeiten. Daher lässt es sich wohl nicht umgehen und Ihr bekommt das immer mal wieder um die Ohren. Heute dann vielleicht bloß so viel: die WHO sagt, dass 20g Alkohol pro Tag bei Frauen und 30g bei Männern, pro Tag wahrscheinlich eine nichtschädliche Menge sei, empfiehlt aber ein bis zwei abstinente Tage pro Woche. Damit war ich gestern also im Limit und hätte mir sogar noch mal das selbe gönnen können:
4cl Gin (Tanqueray; 47%vol alk), 2cl Dry Vermout (Dolin), dash Orange Bitters (Reagan’s) – das erkennt Ihr doch inzwischen, oder?!?
Aber was macht man, bevor es doch zu viel wird, bzw. als erwachsenen Mensch an diesen verdammten ein bis zwei Tagen?

Ich kann mir seit gestern wieder die tolle Orgeat Lemonade machen, die schon im ersten Cocktailbuch der Welt von 1862 vorkommt (Seite 84, Rezept 226)!

Ich hab mir nämlich Orgeat gemacht und das hat fast gar nicht wehgetan.
Und das beste ist: das kann man hier auf den Bahamas gar nicht kaufen! Und so, wie ich ihn gemacht hab, kann man es sowieso eigentlich fast nirgends gar nicht kaufen, ich hab’s nämlich aus Mandeln gemacht. Gut, ja, das hört sich jetzt nicht doll an, aber dann geht mal in den Edeka nebenan und schaut nach Mandelsirup! Habt ihr ihn? Nein? Gut, gibts da vielleicht gar nicht, aber hier und da gibts ihn doch und dann guckt mal aufs Etikett, egal bei welcher Marke. Steht da was von Mandeln? Was, ja, doch?!? Mandelaroma?!? Das ist keine Mandel, das ist Labor. Sehnse!
Also: Mandeln blanchieren und enthäuten, 200g süße, ca. 10 Bittermandeln (die werden in Lebensmitteln schon mal gar nicht mehr verwendet, obwohl´s die mit dem tollen Aroma sind, aber Achtung: Blausäure! Naziselbstmordkapseln und so, aber vergleiche auch und grade: Celan und Mandel als Metapher…), mit einer großen Tasse Wasser und ebenso viel Zucker ab in den Blender und ordentlich durchpürieren. Noch mal kurz warmmachen damit sich der Zucker richtig löst und die Blausäurevergiftungsgefahr sinkt, aber auch nicht zu warm, bzw. zu lang heiß, damit so wenig wie möglich vom Aroma verlohren geht. Dann durch ein Tuch filtern/drücken. Und ich hab noch im Verhältnis 1:5 Overproof Rum dazugetan, damit sichs auch ne Zeitlang hält. Für den Alkoholgehalt in daraus gemixten Drinks macht das keinen Unterschied, da damit die Umdrehungen bei ca. 12% Vol Alk liegen und man so gut wie nie mehr als 1,5cl verwendet, was bei einer Drinkgröße von 250ml auf einen Alkoholgehalt von 0,7% hinauslaufen würde. Nun gut, für trockene Alkoholiker die auch kein Malzbier trinken würden, macht es schon was, tschuldigung.
Und aber nun mal sowieso kurz wieder ehrlich werden: Orgeat Lemonade ist ein tolles Getränk, aber in Wahrheit hab ich das Zeug natürlich nur gemacht, um mich und die meinen jetzt und in den kommen vier Wochen jederzeit in den Tikihimmel schießen zu können – ich sag mal MAI TAI! Meine Damen und Herren! Aber dazu nächstes Mal, denn heut sollte es ja für uns Teetotaler sein und bleiben, damits nicht bald über diese Brücke geht:

Aber freut Euch schon aufs nächste Mal, wenn es dann heisst: TIKI, TUKI und TAKI – wer hat eigentlich die Primitiven ihrer sophisticated drinks beraubt, der Trader oder der Beachcomber? Und: Haben unsere Urgroßeltern auch schon an Palmen, Sommer; Sonne; Strand und Rum(-boullion) gedacht, als sie Mandelmilch, Horchata, Orzata – je nach dem ob man nun deutscher, spanischer oder italienischer Herkunft ist – als Milchersatz herstellten?

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