Trinken - gestern heute morgen

Hundert Kirschen und ein Halleluja

In Foto, Obst Brand, Sirup, Uncategorized, Wein / Vermouth on Juli 5, 2010 at 10:26 pm

Allein in meiner Cocktailbuchbibliothek hab ich mal just und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, acht Rezepte für einen „Rose“ gefunden. kirscheinlage

Das wichtige, große, immer zitierte Savoy Cocktail Book (von 1930, geschrieben vom prohibitionsflüchtigen Barmann Harry Creddock) allein listet schon vier! Interessant wird es vor allem bei den beiden „frech style“ Rosen, die „Kirsch“ als Ingredient listen. Das ist ja nun… also wirklich… ist das denn nicht…?!? Ja, es ist! Sehr europäisch nämlich! Mit „Kirsch“ ist nämlich Kirschwasser gemeint, also der Brand aus eingemaischten reifen und überreifen Kirschen, wie man ihn vor allem in der Schweiz, Deutschland (Schwarzwald) und – hier in diesem Fall besonders wichtig – Frankreich herstellt. Noch interessanter wird’s wenn man in „THE ARTISTRY OF MIXING DRINKS“ (1936) von Frank Meier schaut. Der war nämlich Barmann in der Ritz Bar Paris. Da steht’s dann sogar auf ein mal 2:1(!) und zwar für den Wermut im Verhältnis zum Kirsch! Sowas verrücktes können sich nur Festlandeuropäer ausdenken. „Die trinken das Zeug ja sogar pur!“ wunderten – und wundern sich wohl immer noch – Anglos und Americanos wie Churchill oder Roosevelt oder Capote, die sich für ihren „dry Martini“ eher wünschten, dass man beim mixen doch bitte nur das Sonnenlicht durch die Flasche des Vermouth auf den kaltgerührten Gin fallen lassen solle…

Zurück zum Drink aus dem interessanten Buch:

ROSE
In mixing-glass : A Teaspoon of Raspberry syrup, one-third Kirsch, two-thirds French Vermouth, stir well and serve with Maraschino Cherry.

Weiter schreibt Meier noch:
„This Cocktail, famous in Paris, was invented by „Johnny “ Mitta of the Chatham Bar.“
Das Ding muss groß gewesen sein in den Bars von Paris der 20er… und das zu recht: frisch, leicht herb, kirschig-nussig – eine tolle Allianz mit ein wenig Süsse des Fruchtsirups. Aber bei letzterem immer schön sparsam bleiben! Ach ja, und ich nehm Sirop de Groseille, also Johannisbeersirup – is noch französischer und europäischer und schmeckt noch toller, vor allem wenn man, wie ich es bin, nicht so ein Himbeerfan ist.
Aber – fragt man sich jetzt natürlich unweigerlich – wie hat der Hemingway das denn dann gemacht da in Paris in seinem Moveable Feast und der „Lost Generation“ und all seinen befreundeten Nichtinsglasspuckern? Nur eine Unze hochprozentiges im Drink?!? Wondrich weiß mal wieder die Antwort: Doubles!

Und für diesen Drink hab ich nun am Wochenende 100 Kirschen (siehe oben) eingelegt – in Zucker, in Wasser, in Armagnac und ein bisschen Gewürz… Aber warum Hundert, und warum nur für diesen Drink? Und jetzt kommt’s und das beste wie so oft zum Schluss und damit ist die Katze auch gleich schon mal aus dem sack: bald könnt ihr das Getränk tinken ohne es selber zu machen, denn ich mache es für euch: L I B A T I O N ! wird analog!
Einladung und Genaueres folgt natürlich noch, aber das könnt ihr euch schon mal merken:
29.7.; Schneeweiß (dem vermutlich besten Restaurant in Friedrichshain), in der Hinterzimmerbar (Speak Easy ick hör dir tirilieren..!!) aber auch vorne und beim essen und draussen… Komm, sag‘ es allen weiter!

  1. Super! Wir können es kaum erwarten! Endlich in einem angemessenen Rahmen für Dich und Deine Drinks. Das wird der Hit!

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